Coverstor y | WM der Lateinfor mationen 2009 Kommt das öfter vor? Gespräch mit dem Weltmeistertrainer Roberto Albanese Für die erste Ausgabe des Magazins „DANCE Stars“ hat sich der Weltmeistertrainer Zeit genommen und Fragen rund um seine Formation vom Grün Gold Club aber auch ganz unkonventionelle Fragen über sein Privatleben beantwortet. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und tauchen Sie ab in die Gedanken eines Weltmeisters. Hallo Roberto, wie war Dein letztes Training? „Super, ich habe heute eine hochmotivierte Mannschaft erlebt.“ Klasse, aber wie schaffst Du es, Tag für Tag dieses MotivationsNiveau bei deiner Mannschaft zu erreichen? „Na ja, ich würde sagen das hat im Moment viel mit den nahen sportlichen Zielen zu tun. Wenn so eine Weltmeisterschaft mit Tausenden von Zuschauern und Fernseh-Übertragung ins Haus steht, ist das allein schon sehr motivierend. Aber durch die veränderte Mannschaft ist halt sehr viel Energie bei den Leuten freigeworden, die sich momentan in hoher Motivation widerspiegelt. Das freut und erleichtert mich total!“ Es gibt also eine andere Aufstellung als bei der Europameisterschaft Ende September? „Ja, durch manche Diskrepanzen hat es sich vor zwei Monaten abgezeichnet, dass einige Tänzer die Mannschaft verlassen werden. Der Begriff „Teamsport“ wird halt leider immer anders interpretiert.“ (runzelt die Stirn) „Nein, aber in den letzten zwei Jahren hat sich das leider in eine falsche Richtung entwickelt.“ Hat das die Mannschaft nicht geschwächt? „Zum Glück nicht! Eher im Gegenteil. Die Mannschaft, die ich fast täglich erlebe, hat wieder Visionen.„ Inwieweit hat die Niederlage bei der EM in Litauen da mit reingespielt, wie wurde sie verarbeitet? „Niederlagen zeigen halt immer, dass man was falsch gemacht hat. Wenn man das dann direkt zu spüren bekommt, ist das nicht immer einfach. Aber wir haben den kurzen Tiefpunkt schnell überwunden.“ Was wurde denn falsch gemacht? „Sagen wir es mal so: Ich habe viele Missverhältnisse, Methoden und Verhaltensmuster zu spät erkannt und nicht richtig reagiert.“ Aha, also ist nun doch der Grund für die Umstrukturierung in der Mannschaft schuld an der Niederlage? „Nein, ich bin schuld. Wie schon erwähnt, ich hätte es früher spüren müssen, früher etwas an meinem Verhalten ändern müssen. Vielleicht sogar einfach konsequenter agieren sollen.“ Roberto, was war Dein erster Gedanke nach der Litauenwertung? „Berechtigt verloren. Punkt.“ Zuvedra war besser? „Ja.“ Inwieweit spielt die getanzte Europameisterschaft in die Vorbereitung auf die WM mit rein? „Die Niederlage spornt mich an. Ich will von meinem Team eine Leistung einfordern, die sie mit der Siamo Noi so noch nicht gegeben haben. Ich will es schaffen, zusätzlich eine Leidenschaft zu entwickeln mit der wir Zuvedra schlagen können.“ Super, aber jetzt weg von der Vergangenheit: Wie schätzt Du die deutschen Formationen momentan im Vergleich zu Russland, oder auch Litauen ein, wie könnte man sie am ehesten vergleichen? „Vergleichen lässt sich das erstmal nicht. Der (tänzerische) „Ostblock“ hat einfach ein anderes Prinzip. Ich unterscheide auch sehr deutlich zwischen Russland und Litauen. Alle russischen Mannschaften haben zum Beispiel ein extrem hohes tänzerisches Potential, was sie aber noch nicht vereinen können und als Mannschaft auf die Fläche bringen. Litauen beeindruckt durch eine hohe, leider manchmal statische, Synchronität. Alle Mannschaften haben ihre Vor- und Nachteile. Genau wie wir!“ Und was müssen wir im deutschen Formationstanzsport allgemein noch optimieren? „Wir befinden uns in Deutschland in schmerzlicher Weise immer noch auf dem gleichen Weg der letzten 20 Jahre. Dieser Weg wurde leider nie optimiert.“ Bei Training greift Roberto schon einmal ein und zeigt vor, wie es werden soll DanceStars | D a s Ta n z m a g a z i n a u s B r e m e n | 11