DANCE STARS Magazin | No. 01

We r t u n g s k r i t e r i e n i m T a n z s p o r t And the winner is Dass es sich beim Tanzen um eine Sportart handelt, wird schnell klar, sobald man es selbst probiert. Dem geneigten Interessenten eröffnet sich beim Besuch einer Tanzschule eine Vielfalt von Anforderungen, die sich von Koordination bis hin zur Kondition erstreckt. Trotzdem – oder aber gerade deswegen – macht Tanzen Spaß. Das belegen nicht zuletzt die Zahlen, die der Deutsche Tanzsportverband (DTV) auf seiner Webpräsenz angibt. Laut dessen Internetseite gibt es in Deutschland ca. 8.600 Turnierpaare, sowie 40 Standard- und 150 Lateinformationen aus mehr als 2.200 Vereinen, die sich dem nationalen und internationalen Wettbewerb stellen. Diese Paare und Mannschaften im Turnier zu bewerten ist Aufgabe der Wertungsrichter. Die Aufgabe der Wertungsrichter ist dabei ähnlich diffizil, wie die der Turnierteilnehmer, die sie bewerten sollen. Die Wertungskriterien im Paartanz umfassen die vier Wertungsgebiete Musik, Balance, Bewegungsablauf und Charakteristik. Jedes dieser Gebiete ist dabei zusätzlich in drei Teilgebiete gegliedert, so dass sich im Ganzen 12 Kriterien ergeben. Sollen zwei Paare miteinander verglichen werden, müssen diese Wertungsteilgebiete gedanklich Schritt für Schritt so lange abgearbeitet werden, bis es dem Wertungsrichter einen Punkt zu finden gelingt, in dem er die Paare differenzieren kann. Anders als z.B. beim Skispringen, bei dem für jeden Fehler Punkte abgezogen werden, handelt es sich hierbei also um ein positives System, wenngleich keine Punkte vergeben werden. Umgekehrt bedeutet dies aber, dass wenn ein Paar in einem Teilgebiet der Musik schlechter ist als ein anderes, dass alle anderen Gebiete nicht mehr in die Beurteilung einfließen. Ein technisch gut ausgereiftes Paar kann somit einem technisch schlechterem unterliegen, wenn es ihm nicht gelingt, den Rhythmus exakt zu vertanzen. In den Vor- und Zwischenrunden soll jeder Wertungsrichter pro Tanz die Hälfte bis zu zwei Dritteln der Paare für die folgende Runde nominieren. Dies tut er, indem er die besten Paare jedes Tanzes durch ein Kreuzzeichen in seiner Wertungstabelle markiert. Da bei großen Teilnehmerfeldern nicht alle Paare zugleich auf die Tanzfläche passen und es den Wertungsrichtern auch nicht möglich ist, unbegrenzt viele Paare innerhalb der ein bis zwei Minuten dauernden Tänze zu beurteilen, tanzen die Paare in diesen Runden meist in mehreren, gelosten Gruppen. Oft bleibt für jedes Kriterium dennoch nicht viel mehr als wenige Sekunden, wenn Paare in ihrer Leistung ähnlich gut sind und mehrere Gebiete herangezogen werden müssen. Im Idealfall gelingt es dabei dennoch, über die einzelnen Gruppen jedes Tanzes hinweg zu vergleichen. Im Finale ordnet der Wertungsrichter die Paare ihrer Leistung entsprechend den Plätzen zu. Damit dies möglichst objektiv geschehen kann, wird eine Endrunde stets in einer Gruppe durchgeführt. DanceStars | D a s Ta n z m a g a z i n a u s B r e m e n | 27

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