DANCE STARS Magazin | No. 01

Coverstor y | WM der Lateinfor mationen 2009 Zwischen Erfolg und Niederlage „Lasst euch nicht unterkriegen, gleich nochmal. Durchgang!“ Kämpfen. Schwitzen. Schreien. Alles für die Mannschaft. Alles für den Sieg. Wer Weltmeister werden will, der muss durchs Feuer gehen. Das A-Team des Grün-Gold Clubs in diesem Jahr vielleicht so oft wie nie zuvor… TEXT CHRISTOPHER VOIGT FOTOS WALDEMAR QUELLA Von der Arbeit zum Training, vom Training nach Hause, duschen und ab ins Bett. 5 Tage die Woche, 22 Mal im Monat, vor Meisterschaften sogar noch häufiger. Dass das komplette Privatleben in dieser Zeit hinten anstehen muss, scheint jedem Tänzer selbstverständlich. Nur wenn der Erfolg, die Perspektive ausbleibt, kommen die Zweifel: Tränen sind in Robertos Training keine Seltenheit mehr. Der Weltmeistertrainer weiß um den Gefühlszustand seiner Mannschaft, doch „Weltmeister wird man nicht im Vorbeigehen. Schon gar nicht in diesem Jahr – alle wussten, was auf sie zukommt“ Rückblick – Was war passiert? OKTOBER Im Raum der eintönigen Schulturnhalle im Bremer Stadtteil Huchting ist die Bombe gerade geplatzt. Jetzt steht für alle fest: Vier Tänzer der Stammmannschaft sind nicht mehr dabei. Und zwar ab sofort! Vier Wochen vor der Deutschen Meisterschaft und während der direkten Vorbereitung auf die WM stehen 16 ungläubige Gesichter vor Ihrem Cheftrainer. Das hatte gesessen! Jetzt, ausgerechnet jetzt, wo alle noch die Niederlage der Europameisterschaft im Kopf haben, verlassen vier Tänzer das Team. Als ob der klare Titelverlust in Litauen nicht schon genug Sand ins Getriebe gestreut hätte. Roberto Albanese sitzt lange mit seinen Tänzern zusammen. Es wird diskutiert, geredet und gestritten. Der plötzliche Ausstieg erfahrener Teamkollegen kommt für viele sehr überraschend. Der Traum scheint in weite Ferne gerückt, die Goldmedaille gleich mit. Doch schaut man Roberto ein wenig genauer in die Augen, sieht man keine Spur von Resignation. Es ist Angriffslust: „Jetzt erst Recht“, ist die Parole des Trainers, der sich als erster wieder gefasst hat und in der Not eine Tugend sieht. „Was haben wir denn bisher nicht zusammen gemeistert? Diese Mannschaft lässt sich unter meinem Namen garantiert nicht unterkriegen. Ich habe immer noch ein Ziel vor Augen und zwar so sehr, wie selten zuvor! Jeder der nicht mitzieht kann gerne gehen. Den Rest mache ich zu Weltmeistern.“ Und damit hatte er es ausgesprochen: „Weltmeister“ Am 5. Dezember bekommt die Mannschaft die Chance, den Traum von 2006 zu wiederholen. Sich den Titel zurückzuerobern. „Die neuen Aufgaben, neue Tänzer, die Niederlage in Litauen. Dies alles bringt uns wahrscheinlich viel mehr als jeder Titelgewinn. Klar sitzt der Schmerz tief, aber die Lösungen wurden gefunden und nun in die Tat umgesetzt. Wir freuen uns riesig auf die WM im eigenen Haus“. Der Knoten ist geplatzt. Eine andere Stimmung, eine besondere Atmosphäre kriecht seither in jedem Training die Hallenwände hoch. „Es ist als hätte dieses vermeintliche Zurückwerfen der Mannschaft zusätzliche Energie und Kraft gegeben. Dass sich das idealerweise auch in Synchronität widerspiegelt, hätte ich anfangs nicht zu hoffen gewagt. Doch wir sind auf Kurs. So gut wie selten zuvor! 6 | DanceStars | D a s Ta n z m a g a z i n a u s B r e m e n

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