
| 29DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen B a l l e t t e n s e m b l e | M D R Fe r n s e h b a l l e t t Hallo Herr Bergmann, Sie sind seit Anfang des Jahres Geschäftsführer eines sehr tra- dierten und renommierten Tanz-Ense- blems. Wie gehen Sie dieses sicherlich schwere Erbe an? Gut, bei so hervorragenden Leistungen meiner Vorgänger ist es natürlich eine Ehre diese Position jetzt auszufüllen. Angst vor großen "Fußstapfen" habe ich hierbei nicht. Ich möchte auch gar nicht in die alten Fuß- stapfen treten, denn sehr gerne würde ich neue Wege mit dieser Truppe begehen, mit allem Respekt meiner Vorgänger die hier wundervolle Arbeit geleistet haben. Wo können denn Ihre neuen Wege sein? Wir müssen uns einfach noch deutlich po- sitionieren. Sehen Sie, viele verwechseln uns häufiger mit dem Ensemble des Fried- richstadtpalastes, das sind wir aber nicht. Wir arbeiten zwar in der gleichen Stadt und kennen uns natürlich auch gut, aber wir sind ein eigenständiges Ensemble. Wir sind vielseitig, flexible und nicht räumlich ge- bunden, damit können wir uns in alle Rich- tungen bewegen und das werden wir auch tun. Wir können alles "vertanzen" was mit Musik ist und das ist unsere Stärke. Wie können Sie sich denn deutlich ab- grenzen? Man muss doch mal deutlich sehen - wir sind das Fern- sehballett. Es gibt auch nur ein Fernsehbal- lett und das macht uns schon einma- lig. Natürlich ist unsere Kernauf- gabe auch im TV zu tanzen, aber wir werden uns auch in dem Markt bewegen. Viele wissen z.B. nicht, dass m a n uns auch für andere Anlässe buchen kann und das muss nicht das komplette Ensem- ble mit 26 Tänzern sein. Wir können auch in kleineren Formationen sehr schöne Dar- bietungen umsetzen. Sie gehen in diesem Herbst zum dritten Jahr in Folge mit einer eigenen Tanz-Show in Deutschland auf Tournee. Läuft alles so wie Sie es sich vorstellen? Es läuft wirklich sehr gut. Obwohl es natür- lich kein Selbstläufer ist und das Tournee- Geschäft an sich ein sehr Hartes ist. Das Publikum kann heute aus einer Vielzahl von attraktiven Veranstaltungen auswählen und da müssen wir schon ein sehr gutes Pro- gramm liefern, dass wir den Reiz bieten unsere Karten zu kaufen. Aber die Tournee hat einen großen Vorteil, die Besucher können das MDR Fernsehbal- lett ohne Einschränkungen und mit vielen Tänzen genies- sen. Bei einer TV-Show treten wir ja meistens nur 3-4 Mal auf und die Saalbesucher haben die ganzen Kameras vor ihrer Nase. Wie kommt es, dass viele Städte Ihrer Tournee mehr in den neuen Bundesländern liegen? Gibt es wirklich noch neue und alte Bundesländer? Nach 20 Jahren Einheit und der gro- ßen Feier bei ihnen in Bre- men, sollten wir doch endlich gesamtdeutsche Bundeslän- der haben. Aber Sie haben schon etwas Recht. Wir sind natürlich stark im Osten "verwurzelt" und haben da auch sehr viele Fans, die uns seit Kindesalter aus dem Fernseher kennen. "Ein Kessel Buntes" z.B. war eines der er- folgreichsten Shows in der DDR, in der wir regelmäßig aufgetreten sind. Aber am 20. Dezember treten wir im Deutschen Theater in München auf und ich bin sehr zuver- sichtlich, dass wir auch in naher Zukunft häufiger in den so genannten "alten" Bun- desländern auftreten werden. Mr.FernsehballettBodo Bergmann ist der Geschäftsführer des MDR Fernsehballetts - ein Interview: Wo wir gerade bei großen TV-Shows sind, warum sind bei den großen Samstag- abend-Shows keine Balletts mehr zu sehen und warum nicht wenigstens Sie? Das ist genau die Frage die ich auch regel- mäßig den Verantwortlichen stelle. Ich bin ja noch Produktionsleiter beim MDR für die "Feste der Volksmusik" und weiss an welcher Stelle man fragen sollte und muss. Aber die Wege sind oft länger als mir oder uns lieb sind. Fakt ist aber, dass wir ein hervorra- gendes Team haben, welches täglich sehr gute Leistungen bringt, welches im europäi- schen Vergleich eine unerreichbare Stärke aufweist und ich bin mir sicher, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind! Vielen Dank für das Gespräch. BODO BERGMANN seit Anfang 2010 Geschäftsführer des MDR Fernsehballetts, geb. 1976 in Karl-Marx-Stadt, verheiratet, 2 Kinder, besuchte die Grimme-Akademie mit Anschluss “Film und TV-Produktion und Management, seit 2008 Produktionsleiter der “Feste der Volksmusik” D Die Tänzerin Alexandra Post Putilina (hier mit Alexey Korshunov) ist seit über 10 Jahren ein festes Mitglied des Ensembles - gelebte Teamarbeit!